Fred Hotels Zürich
Über Fred Hotels Zürich
News Fred Tschanz
Zehn Jahre ist es her, seit Domenic Zembrod bei Fred Tschanz eingestiegen ist. In dieser Zeit hat er das historisch gewachsene, auf Gastronomie ausgerichtete Familienunternehmen komplett umgekrempelt und eine moderne, klar fokussierte Stadtzürcher Hotelgruppe geformt. Ein Rückblick auf ein Jahrzehnt voller Weichenstellungen für mehr Stabilität und Innovation.
Die Ausgangslage im Herbst 2016 verlangte nach neuen Weichenstellungen. Nach dem Tod von Firmengründer Fred Tschanz im Dezember 2012 hatte dessen Enkelin Stéphanie Portmann das Unternehmen vier Jahre lang im Alleingang weitergeführt. Um den Familienbetrieb strategisch für die Zukunft zu wappnen, entschieden sie und ihr Ehemann Domenic Zembrod, die Kräfte zu bündeln.
Sein Einstieg war nicht von jeglicher Kritik befreit; insbesondere die fehlende Erfahrung im Gastgewerbe wurde von manchen als Manko angesehen. Domenic, der zuvor erfolgreich eine eigene Eventagentur geführt hatte, sah das anders: «Ich bin weder Gastronom noch Hotelier – ich bin Unternehmer. Daraus machte ich nie ein Geheimnis. Von Beginn weg war ich überzeugt, die Firma mit meinen Fähigkeiten weiterbringen zu können. Ich habe mich nie als Quereinsteiger gesehen.»
Stéphanie ist eine unverzichtbare Kritikerin und hält mir den Rücken frei.
Nach einer Übergangszeit als Co-CEOs übergab Stéphanie Portmann im März 2020 die operative Leitung komplett an ihn, während sie sich auf die Rolle der Inhaberin und Verwaltungsratspräsidentin fokussierte. Eine Rollenteilung, die bis heute perfekt funktioniert: Mit ihren klaren Gedanken ist Stéphanie für Domenic eine wertvolle Sparring-Partnerin. «Stéphanie ist eine unverzichtbare Kritikerin und hält mir den Rücken frei. In unseren strategischen Diskussionen nehmen Ideen Form an und regelmässig wird so die Zukunft von Fred Tschanz geformt.»
Als Domenic das Ruder übernahm, war das Standing der Gruppe zwar gut, aber die Strukturen waren historisch gewachsen. Vieles war ein wenig eingehockt und musste aufgefrischt werden, um die Gruppe zukunftsfähig zu machen. Jeder Standort war eine eigene Firma, jeder Betrieb kochte sein eigenes Süppchen. Zusammen mit Stéphanie nahm sich Domenic zum Ziel, der Firma den Stempel der neuen Generation aufzudrücken, ohne das Erbe von Fred zu verlieren. Vielmehr sollte das Bestehende und Aufgebaute verstärkt und weiterentwickelt werden.
Als Erstes startete Domenic eine konsequente Restrukturierung: Die als Gastro-Firma wahrgenommene und wenig greifbare «Tschanz Management AG» wurde bald in eine nahbare Dachmarke umgewandelt. Sämtliche Betriebe werden seither unter dem neuen Auftritt als «Fred Tschanz Gastgewerbe» vereint. Später folgte dann die Konsolidierung der einzelnen Hotels zur heute grössten lokalen Hotelgruppe: den «Fred Hotels Zürich».
Sein erstes, entscheidendes Puzzleteil war die Verpflichtung von Stefano Gagliardi als CFO im Februar 2018. Ein Meilenstein für die Professionalisierung, die aber nicht alle erkannten: «Ich wurde gefragt, wofür ich einen Ferrari wolle, wenn wir vor der Haustür eine 30er-Zone hätten. Da realisierte ich: Während andere bei Fred Tschanz an eine Quartierstrasse dachten, sah ich eine Rennstrecke.» Es musste ein Umdenken her.
Ich wurde gefragt, wofür ich einen Ferrari wolle, wenn wir vor der Haustür eine 30er-Zone hätten. Da realisierte ich: Während andere bei Fred Tschanz an eine Quartierstrasse dachten, sah ich eine Rennstrecke.
Für Domenic war klar: Um auf dieser Rennstrecke zu bestehen, brauchte er ein Umfeld, das denselben Drive teilt, denselben unbedingten Willen mitbringt und dieses Tempo mitgehen kann. Er begann, gezielt eine Kultur aufzubauen, die hohe Leistung forderte, aber eben auch maximal förderte. Wer diesen ambitionierten Weg mitleben wollte, fand bei Fred Tschanz plötzlich den nötigen Freiraum und echte Perspektiven.
Wie effektiv dieser Kulturwandel war, zeigt sich beim Blick auf das Personal: Die jährliche Fluktuation, die anfangs noch bei über 70 Prozent lag, sank stabil auf gesunde 25 Prozent – im Kader gar gegen Null. Gleichzeitig schossen die Werte bei der Mitarbeiterzufriedenheit deutlich über den Branchenschnitt, und die «Time to hire» für qualitativ gutes Personal beträgt heute nur wenig mehr als 30 Tage.
Die Vision von Stéphanie und mir war, dass die guten Leute bei uns Schlange stehen. Diesem Ziel sind wir heute sehr nahe.
Dass Domenic kein Gastronom im klassischen Sinne ist, erwies sich in den Folgejahren als strategischer Vorteil. Der Fokus lag immer auf dem Erfolg des gesamten Unternehmens und nicht auf einzelnen Betrieben. Als die Stadt Zürich das traditionsreiche Bauschänzli nach Jahrzehnten nicht mehr an die Gruppe vergab, war das zwar ein Einschnitt, für Domenic aber kein Grund für Wehmut: «Ich habe dem Bauschänzli keine Sekunde nachgetrauert. Es war ein Game Changer, weil es uns gezeigt hat, dass wir uns von Dingen lösen können.»
Dieses Prinzip wurde kurz darauf, als Covid einschlug, zur Krisenstrategie. Zwei Drittel des Umsatzes brachen weg, der Mitarbeiterstamm musste halbiert werden. Maximal fremdgesteuert, hangelte sich das Management von Bundesratssitzung zu Bundesratssitzung.
«Die Krise hat uns erwachsen gemacht», bilanziert Domenic nüchtern. «Vom Jungunternehmer mit viel Idealismus hin zum Selbstverständnis: Wer, wenn nicht wir!» Statt verlustbringende Betriebe aus emotionaler Verbundenheit irgendwie durchzufüttern, handelte er rein unternehmerisch nach seinem klaren Credo: «Ein Betrieb muss funktionieren und profitabel sein. Wenn nicht, bringen wir ihn zum Funktionieren – oder wir stossen ihn ab.»
Statt in panischen Aktionismus zu verfallen und kurzfristigen Trends hinterherzurennen, bewahrte er die Ruhe und nutzte Corona und die Zeit danach für eine gezielte Fokussierung des Portfolios. Restaurants wie das Haldenegg wurden geschlossen. Im Leoneck wurde der ältere Hausteil vermietet, während im Nebengebäude mit 13 Zimmer eines der ersten Self Check-in Häuser, ganz ohne Betreuung vor Ort, öffnete. Zudem wurde 2023 das Hotel Zürcherhof mitten im Niederdorf gekauft. Den Erwerb des Zürcherhofs erachtet Domenic Zembrod als grossen Coup. «Der Zürcherhof passt perfekt zur Strategie von Fred Hotels. Mit ihm können wir genau so wachsen, wie wir das möchten.» Es gab einen spürbaren Boost für die gesamte Firma, als «kleines» Familienunternehmen ein Hotel im Niederdorf kaufen zu können. Zudem konnte sich Fred Tschanz in einer neuen Disziplin beweisen: Die nahtlose Aufnahme eines neuen Betriebs und insbesondere eines neuen Teams.
Keinen Aktionismus zu betreiben, bedeutet für Domenic jedoch keineswegs Stillstand, sondern den Weg zu Stabilität. Sie ist die Voraussetzung, um überhaupt innovativ sein zu können. Innovation bedeutet für ihn dabei nicht, das Rad neu zu erfinden, sondern die Dinge zu vereinfachen. Er ist begeistert von der «Eleganz der Einfachheit». Für ihn steckt im Wort Entwicklung das eigentliche Wort ent-wickeln, also etwas auspacken, Ballast abwerfen, es einfacher machen.
«Stabilität und Innovation sind kein Gegenüber. Es ist ein Übereinander. Ganz oben in der Baumkrone sind die Blätter völlig frei, beweglich und tanzen im Wind. Aber damit sie das überhaupt können, braucht es darunter einen dicken Stamm, der sich kaum einen Millimeter bewegt. Stabilität ist der Sockel, das unumstössliche Fundament der Firma, und die Innovation kommt oben drauf. Damit man dynamisch sein kann, braucht es einen sicheren Stand.»
Aus diesem sicheren Stand heraus transformierte Domenic den als Gastro-Firma wahrgenommene Familienbetrieb in eine moderne, klar fokussierte Stadtzürcher Hotelkette. Das Walhalla durchlief ein Rebranding zum Fred Hotel Hauptbahnhof, das Leoneck eröffnet nach der Gesamtsanierung als erstes 4-Sterne-Hotel der Gruppe mit Namen Fred Hotel Central und auch im Zürcherhof fiel der Spatenstich für den Umbau, wonach es als Fred Hotel Niederdorf wiedereröffnet wird. Diese grossen Umbauprojekte machen die strategische Weiterentwicklung erlebbar: Weg vom klassischen Hotelbetrieb, hin zu innovativen Lösungen wie dem mobilen Check-in und dem eigens entwickelten Betriebskonzept SmartStay® für einen bestmöglichen Aufenthalt.
Domenic Zembrod ist heute reifer geworden – und gelassener. Das Gefühl, scheitern zu können, hatte er nie. Dass ihm viele diese Rolle und den Erfolg nicht zugetraut haben, eben weil er kein gelernter Hotelier oder Gastronom ist und auch keinen BWL-Masterabschluss besitzt, empfand er als störend und Ansporn zugleich.
«Man musste damals lernen, damit umzugehen, dass im Umfeld gewisse Vorbehalte da waren. Dem begegne ich heute breitbrüstig und gelassen.» Er lächelt. «Lömmer Zahle rede.»
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Umsatzrekorde in allen Betrieben, eine hohe finanzielle und personelle Stabilität sowie eine tiefe Belehnungsquote mit wenig Fremdkapital. Fred steht heute gesünder und stärker denn je da. Die Ergebnisse der letzten Jahre geben ihm die Bestätigung und das Fundament für seine heutige Abgeklärtheit. Er kennt seine Aufgabe: Das grosse Ganze im Blick zu behalten und das langfristige Wachstum des Unternehmens zu sichern.
Domenic Zembrod hat das Erbe von Fred Tschanz nicht einfach nur verwaltet. Mit demselben Pioniergeist, den einst der Gründer selbst an den Tag legte, hat er das Unternehmen neu aufgestellt sowie zukunftsfähig gemacht. Und wenn er heute auf das Erreichte zurückblickt, dann ist da eine tiefe, ehrliche Genugtuung.